Schreiben einer Pressemitteilung auf Englisch kann einschüchternd wirken, wenn es nicht deine Muttersprache ist. Aber die Wahrheit lautet: Journalisten und Redakteure erwarten kein literarisches Genie. Sie wollen Klarheit, Schnelligkeit und die richtigen Infos in der richtigen Reihenfolge.
Ich arbeite seit Jahren mit Nicht-Muttersprachlern zusammen. Die Erfolgreichen sind nicht diejenigen mit perfekter Grammatik. Es sind die, die einer klaren Struktur folgen und typische Fallen vermeiden. Ich zeige dir genau, wie das geht.
Was eine Pressemitteilung funktionieren lässt
Eine Pressemitteilung hat einen Job: Einen Journalisten so neugierig machen, dass er darüber schreibt. Das ist alles. Sie ist keine Werbung, kein ausführlicher Bericht – sie ist ein Pitch.
Um das zu erreichen, musst du sofort fünf Fragen beantworten:
Behandle diese Punkte im ersten Absatz. Journalisten scannen. Wenn du den Lead versteckst, gehen sie weiter.
Die genaue Struktur
Die meisten Pressemitteilungen folgen einer einfachen Vorlage. Merke sie dir – dann brauchst du nie wieder von vorne zu starten.
Überschrift
Schreibe eine klare, aktive Überschrift. Nutze die Gegenwart. Vermeide Wortspiele – sie übersetzen sich selten gut.
Schlecht: „New Software Solution Helps Companies Save Money“
Gut: „GreenTech Launches Solar Tracker That Cuts Energy Costs by 40%“
Halte dich unter 15 Wörter. Wenn du deine Nachricht nicht in einer Zeile zusammenfassen kannst, bist du noch nicht bereit zum Versand.
Dateline
Beginne den Text mit Stadt und Datum in Großbuchstaben:
LONDON, 23 June 2026 — ...
Lead‑Absatz
Beantworte die fünf Ws in 2–3 Sätzen. Das ist der wichtigste Teil deiner Pressemitteilung.
LONDON, 23 June 2026 — GreenTech hat heute das SolarPro 3000 vorgestellt, ein Solarsystem, das kommerzielle Energiekosten um bis zu 40 % senkt. Das System nutzt KI, um Wetterlagen vorherzusagen und die Paneelwinkel automatisch anzupassen. Es wird ab nächsten Monat in Europa erhältlich sein.
Hauptabsätze
Füge Kontext und unterstützende Details hinzu. Gib ein Zitat von einem Unternehmensleiter oder Branchenexperten. Zitate verleihen Persönlichkeit und machen die Geschichte zitierfähiger.
„Wir wollten Solarenergie intelligenter machen“, sagte Maria Torres, CEO von GreenTech. „Das SolarPro 3000 folgt nicht nur dem Sonnenlicht – es antizipiert es.“
Halte jeden Absatz bei 2–3 Sätzen. Kurze Absätze sind leichter zu lesen und grammatikalisch weniger fehleranfällig.
Boilerplate
Dies ist ein Standardabsatz über dein Unternehmen. Schreibe ihn einmal, nutze ihn jedes Mal. Halte ihn auf 3–4 Sätzen.
Über GreenTech: Gegründet im Jahr 2020 entwickelt GreenTech KI‑gestützte Energiesysteme für gewerbliche Gebäude. Das Unternehmen betreut mehr als 500 Kunden in 12 Ländern und hat seinen Sitz in London.
Medienkontakt
Gib Name, E‑Mail und Telefonnummer an. Das ist alles. Füge keine Social‑Media‑Links hinzu, es sei denn, sie sind direkt relevant.
Ein Mini‑Template zum Kopieren
Hier eine sauberere Version, die du sofort übernehmen kannst:
ÜBERSCHRIFT: [Firmenname] kündigt [Nachricht] an
DATELINE: STADT, Datum — [Lead‑Absatz mit wer, was, wann, wo, warum]
[1–2 Sätze Kontext hinzufügen]
"[Zitat des Sprecher*innen]"
[1–2 Sätze zu Wirkung oder nächsten Schritten]
Über [Firma]: [Standard‑Boilerplate]
Medienkontakt: [Name] — [E‑Mail] — [Telefon]
Drei Fehler, die Nicht-Muttersprachler machen
1. Zu formell schreiben
Business English bedeutet nicht altmodisch. Schreibe nicht „commence“, wenn du „starten“ meinst, oder „utilise“, wenn du „verwenden“ willst. Einfach ist stärker.
2. Das „So was“ vergessen
Du kennst dein Produkt auswendig. Journalisten schon nicht. Verbinde deine Ankündigung immer mit etwas, das dem Leser wichtig ist. Nicht „wir haben ein Feature eingeführt“, sondern „dieses Feature spart deinen Lesern 10 Stunden pro Woche“.
3. Zu viele Adjektive benutzen
„Groundbreaking“, „revolutionary“, „unique“ – diese Wörter sind für Journalisten unsichtbar. Sie sehen sie zu oft. Bleibe bei Fakten und Zahlen.
Noch ein Tipp
Lies deine Pressemitteilung laut vor. Wenn ein Satz beim Sprechen holprig wirkt, schreibe ihn um. Dein Ohr entdeckt Probleme, die dir das Auge entgehen. Besonders für Nicht-Muttersprachler hilft diese einfache Gewohnheit, Grammatikfehler und unnatürliche Formulierungen zu erkennen.
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