So hast du den perfekten Job gefunden. Du hast deinen Lebenslauf geschliffen. Aber jetzt kommt der Teil, der viele Nicht-Muttersprachler erstarren lässt: das Anschreiben.
Ich habe über die Jahre Hunderte von Anschreiben von Lernenden geprüft und immer wieder dieselben Muster gesehen. Die gute Nachricht? Fehler lassen sich leicht beheben. Noch besser: Du brauchst kein perfektes Englisch, um ein überzeugendes Anschreiben zu schreiben. Du musst nur wissen, was du sagen sollst – und wie du es natürlich formulierst.
Lass mich dir die drei Dinge zeigen, die den größten Unterschied machen.
Übersetze nicht. Erzähle!
Das ist die größte Falle. Du schreibst das Schreiben zunächst in deiner Muttersprache und nutzt dann Google Translate oder ein Wörterbuch. Das Ergebnis? Es klingt steif. Selbst wenn jedes Wort technisch korrekt ist, fühlt sich der Rhythmus falsch an. Ein Muttersprachler bemerkt es schon innerhalb der ersten beiden Zeilen.
Hier funktioniert besser: Schreibe direkt auf Englisch.
Ich weiß. Am Anfang scheint das schwieriger zu sein. Aber die Wahrheit ist – dein Englisch muss nicht makellos sein. Es muss klar sein. Einfache Sätze sind jedes Mal besser als komplexe, unnatürliche.
Vergleiche diese beiden Einstiege:
- „With reference to your advertisement, I hereby submit my application for the position of marketing coordinator.“
- „I’m excited to apply for the marketing coordinator role. My experience with social media campaigns fits what you’re looking for.“
Welchen würdest du lieber lesen?
Der zweite klingt nach einer echten Person. Das ist das Ziel.
Zeige, statt nur zu behaupten
Nicht-Muttersprachler neigen dazu, Eigenschaften aufzuzählen: „Ich bin fleißig. Ich arbeite gerne im Team. Ich habe gute Kommunikationsfähigkeiten.“
Diese Phrasen bedeuten für einen Recruiter nichts. Jeder Kandidat sagt dasselbe.
Stattdessen beweise es in einem Satz.
| Schwache Behauptung | Starke Alternative |
|---|---|
| „I am hardworking.“ | „I regularly managed 30+ customer tickets per day without missing a single deadline.“ |
| „I have good communication skills.“ | „I led weekly team meetings in English for a project with five international colleagues.“ |
Siehst du den Unterschied? Die zweite Version erzählt dem Leser eine Geschichte. Sie ist konkret und glaubwürdig.
Nimm dir fünf Minuten Zeit, über ein oder zwei konkrete Erfolge aus deiner bisherigen Arbeit oder deinem Studium nachzudenken. Schreibe sie in einfachem Englisch auf. Diese Sätze tragen mehr Gewicht als ein Absatz mit Adjektiven.
Achte auf diese häufigen Fehler
Einige kleine Fehler tauchen immer wieder bei Anschreiben von Nicht-Muttersprachlern auf. Sie sind leicht zu beheben, wenn du darauf achtest.
1. Zu viel „I“
Jeder Satz, der mit „I“ beginnt, wirkt repetitiv. Variiere: „My experience in…“, „This role appeals to me because…“, oder „The team at your company…“.
2. Vergessen des Firmennamens
Das passiert öfter als gedacht. Ein generisches „Dear Sir/Madam“ gefolgt von einem generischen Text lässt den Recruiter denken, du hast etwas kopiert. Nenne immer den Firmennamen und, wenn möglich, ein Detail zu ihrer Arbeit.
3. Falsche Präpositionen
„Apply for“, nicht „apply to“ (obwohl beide in unterschiedlichen Kontexten existieren). „Experience in“, nicht „experience on“. Diese kleinen Dinge sind im Anschreiben wichtiger als im lockeren Gespräch.
Formatierung zählt mehr, als du denkst
Recruiter verbringen etwa 7–10 Sekunden mit einer ersten Scan. Wenn sie deine wichtigsten Punkte nicht schnell finden, landet dein Schreiben im Ablehnungs-Stack.
Halte es einfach:
- Eine Seite. Maximum.
- Drei bis vier kurze Absätze.
- Ein klarer Einstieg und ein starker Abschluss.
Deine Struktur sollte so aussehen:
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Eine kleine Übung, um dein Anschreiben zu verbessern
Nimm deinen aktuellen Entwurf. Streiche jeden Satz, der mit „I am“ oder „I have“ beginnt. Ersetze mindestens zwei davon durch eine kurze Geschichte über etwas, das du tatsächlich getan hast.
Wenn du das schaffst, wird dein Schreiben doppelt so stark.
Abschließende Gedanken
Ein Anschreiben ist kein Test deines Englisch. Es ist ein Test dafür, ob du deinen Wert klar kommunizieren kannst. Nicht-Muttersprachler bringen Perspektive, Disziplin und oft eine stärkere kulturelle Sensibilität in die Arbeitswelt ein. Lass dein Schreiben das widerspiegeln.
Wenn du wissen willst, wie deine englische Schreibweise abschneidet, bevor du auf „Senden“ klickst, probiere unseren kostenlosen Test bei English Measure. Du bekommst ein klares Bild deines aktuellen Levels und weißt genau, wo du dich verbessern kannst.
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