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Wie man eine Literaturübersicht auf Englisch schreibt – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Studierende

Erfahre, wie du in wenigen Schritten eine Literaturübersicht auf Englisch erstellst. Ideal für Studierende, die klare akademische Schreibtipps suchen.

5 Min. Lesedauer

I erinnere mich noch genau an meine erste Literaturübersicht. Ich hatte einen Stapel Papiere, einen blinkenden Cursor und keine Ahnung, wo ich anfangen sollte. Die Anweisung lautete: „Synthese der vorhandenen Forschung“ – das klang beeindruckend, bedeutete aber zu diesem Zeitpunkt nichts für mich.

Wenn du jetzt nickst, mach dir keine Sorgen. Eine Literaturübersicht auf Englisch zu schreiben ist eine Fähigkeit, die man erlernen kann – es ist kein geheimer Talent, mit dem man geboren wird.

Lass mich dich Schritt für Schritt durch den eigentlichen Prozess führen.

Was genau ist eine Literaturübersicht?

Bevor wir uns mit der „Wie“ beschäftigen, klären wir erst einmal, was eine Literaturübersicht eigentlich ist.

Sie ist keine Liste von Zusammenfassungen, in denen du ein Papier nach dem anderen besprichst. Eine gute Literaturübersicht erzählt eine Geschichte über die Diskussion, die in deinem Fachgebiet stattfindet. Du gruppierst Studien nach Themen, vergleichst Ergebnisse, beleuchtest Debatten und zeigst Lücken auf, die deine eigene Forschung schließen wird.

Stell es dir so vor: Wenn du eine Literaturübersicht auf Englisch schreibst, berichtest du nicht nur – du trittst in ein akademisches Gespräch ein und zeigst, dass du verstehst, was bereits gesagt wurde.

Schritt 1: Definiere deinen Umfang

Die meisten Studenten überspringen diesen Schritt. Das ist ein Fehler.

Bevor du ein einziges Papier liest, frage dich: Was genau suche ich? Eine Literaturübersicht zum Thema „soziale Medien“ ist viel zu breit. Aber eine zu „Wie Instagram-Nutzung das Körperbild von jugendlichen Mädchen beeinflusst“ ist handhabbar.

Schreibe spezifische Schlüsselwörter auf. In der englischen akademischen Schreibweise zählen deine Suchbegriffe. Nutze auch Synonyme. Wenn dein Thema „Klima‑Veränderungsbildung“ lautet, probiere auch „Umwelt­kompetenz“ und „Nachhaltigkeits­curriculum“.

Halte deinen Umfang eng genug, damit du ihn tatsächlich abschließen kannst, aber breit genug, um genügend Quellen zu finden.

Schritt 2: Suche und sammle deine Quellen

Jetzt geht es ans Sammeln. Nutze Google Scholar, die Datenbank deiner Universitätsbibliothek und fachspezifische Zeitschriften.

Einige praktische Tipps:

  • Beginne mit aktuellen Review‑Artikeln. Sie zeigen dir die wichtigsten Studien im Feld.
  • Durchsuche die Literaturverzeichnisse. Ein gutes Papier führt meist zu fünf weiteren.
  • Verfolge, was du findest. Nutze ein Tabellenkalkulationsprogramm oder einen Referenzmanager. Ich habe das auf die harte Tour gelernt, nachdem ich ein perfektes Zitat in einem Haufen PDFs verloren hatte.

Für jede Quelle notiere dir die wichtigsten Ergebnisse, Methodik und wie sie mit deinem Thema verknüpft ist. Mach das während du sammelst, nicht erst, wenn du alles zusammen hast. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Schritt 3: Ordne nach Themen, nicht nach Autoren

Hier stecken die meisten fest. Sie versuchen ihre Literaturübersicht zu strukturieren, indem sie Autor A zusammenfassen, dann Autor B und so weiter.

Mach das nicht.

Gruppiere deine Quellen nach Themen oder Ansätzen. Wenn du zum Beispiel über Online‑Lernen schreibst, könnten deine Abschnitte sein:

  • Studierendenengagement in Online‑Kursen
  • Lehrkräfteherausforderungen mit digitalen Plattformen
  • Auswirkungen auf die akademische Leistung

Hier entsteht das, was manche als „Synthesematrix“ bezeichnen. Es ist einfach eine Tabelle, in der du deine Themen als Spalten und deine Quellen als Zeilen aufführst. Trage ein, was jeder Autor zu jedem Thema sagt.

Probier jetzt diese Mini‑Übung:

  1. Nimm drei gesammelte Quellen.
  2. Notiere zwei oder drei gemeinsame Themen, die sich darin zeigen.
  3. Schreibe auf, was jede Quelle zu jedem Thema sagt.

Das ist das Herzstück deiner Literaturübersicht. Siehst du, wie sich die Themen natürlich herauskristallisieren?

Schritt 4: Schreibe mit Synthese, nicht nur Zusammenfassung

Jetzt schreibst du. Aber hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen einer Literaturübersicht und einem annotierten Bibliographie‑Eintrag.

Zusammenfassung klingt so: „Smith (2020) stellte fest, dass Online‑Studenten sich isoliert fühlten. Jones (2021) fand heraus, dass Online‑Studenten schlechter abschnitten als Präsenzstudenten.“

Synthese klingt so: „Gefühle von Isolation tauchen konsequent in Studien zum Online‑Lernen auf (Smith, 2020; Lee, 2019). Ob Isolation die akademische Leistung beeinflusst, ist jedoch umstritten. Während Jones (2021) niedrigere Noten bei Online‑Studenten berichtet, fand Kim (2022) keinen signifikanten Unterschied, wenn Lehrkräfte Diskussionsforen nutzten.“

Siehst du den Unterschied? Synthese verbindet Ideen. Sie zeigt Muster und Meinungsverschiedenheiten.

Nutze Übergangsphrasen natürlich in der englischen akademischen Schreibweise: „In contrast“, „Similarly“, „On the other hand“, „This aligns with“, „However, this view is challenged by“.

Schritt 5: Identifiziere die Lücken

Jede Literaturübersicht endet mit dem, was fehlt. Hier begründest du deine eigene Forschung.

Sag nicht einfach „mehr Forschung ist nötig“. Sei konkret. „Während viele Studien das Online‑Lernen in Universitätsumgebungen untersuchen, konzentrieren sich wenige auf Community‑College‑Studenten in ländlichen Gebieten.“

Diese Lücke wird zum Grund, warum dein Papier existiert.

Ein abschließendes Wort zur akademischen Schreibweise in Englisch

Wenn Englisch nicht deine Muttersprache ist, kann das Schreiben einer Literaturübersicht doppelt so schwer wirken. Aber hier die Wahrheit: Die Struktur zählt mehr als perfekte Grammatik. Professoren verzeihen ein paar holprige Sätze, wenn dein Argument klar und gut strukturiert ist.

Lies ein paar veröffentlichte Literaturübersichten in deinem Fachgebiet. Achte darauf, wie sie Absätze strukturieren und Ideen verbinden. Dann imitiere diese Struktur. Das ist kein Betrug – das ist Lernen.

Das Schreiben einer Literaturübersicht auf Englisch braucht Übung. Die erste fühlt sich unbeholfen an. Die zweite weniger. Und mit der dritten wirst du dich fragen, warum du dich überhaupt geärgert hast.

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