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So analysierst du deine eigenen englischen Texte mit Lesbarkeits‑Tools

Entdecke, wie du unklare Sätze, Passiv und schwierige Wörter in deinen Texten erkennst – dank kostenloser Lesbarkeits‑Tools.

4 Min. Lesedauer

Du schließt einen Absatz ab, liest ihn noch einmal durch und spürst, dass etwas nicht ganz stimmt. Die Grammatik scheint korrekt zu sein, dein Wortschatz ist solide, aber der Text fließt einfach nicht. Er wirkt holprig, passiv oder die Sätze laufen endlos weiter.

Das Problem? Du kannst deine eigene Schreibweise nicht objektiv beurteilen. Genau hier kommen Lesbarkeits-Tools ins Spiel. Sie liefern dir kalte, harte Zahlen zu Satzlänge, Wortschwierigkeit und Passivkonstruktionen – und du brauchst dafür keinen Technikexperten zu sein.

Ich führe dich durch eine einfache Routine, mit der du dein eigenes Englisch analysieren kannst, damit du wie ein Profi editierst.

Schritt 1: Wähle ein Tool, das dir die Zahlen zeigt

Du brauchst keine fancy Software. Mehrere kostenlose Online‑Tools funktionieren perfekt für Lernende.

  • Hemingway Editor – hebt schwer lesbare Sätze, Adverbien und Passivkonstruktionen hervor. Gibt eine Lesbarkeitsstufe an.
  • Readable.com – zeigt Flesch‑Kincaid‑Score, Satzanzahl und Wortkomplexität. Die kostenlose Version reicht aus.
  • Online-Utility.org – einfacher Flesch Reading Ease‑Rechner. Kopieren und klicken.

Wähle eines und bleibe dabei. Hemingway ist mein Favorit, weil es Probleme farbcodiert darstellt und so sofort ersichtlich sind, was korrigiert werden muss.

Schritt 2: Text einfügen und das große Bild sehen

Kopiere einen Absatz (200–500 Wörter) aus einer E‑Mail, einem Aufsatz oder sogar einem Social‑Media‑Post, den du geschrieben hast. Füge ihn in das Tool ein.

Zuerst prüfe die Gesamtlesbarkeitsbewertung. Die meisten Tools nutzen die Flesch Reading Ease Skala (0–100). Für alltägliches Englisch strebe 60–70 an – das ist flüssiges, verständliches Englisch für die meisten Erwachsenen.

Wenn dein Text unter 30 liegt, ist er dicht und akademisch. Liegt er über 90, könnte er zu einfach, fast kindlich sein.

Lass dich nicht von der genauen Zahl verrückt machen. Nutze sie als groben Richtwert. Ein Score von 55 bei einer Geschäfts‑E‑Mail ist in Ordnung. 80 bei einer Kurzgeschichte sind ebenfalls akzeptabel. Der eigentliche Nutzen kommt aus der Aufschlüsselung.

Schritt 3: Die roten Flaggen angehen

Hemingway, zum Beispiel, hebt Sätze hervor, die „sehr schwer zu lesen“ sind, in Rot. Klicke auf diese. Meistens sind sie lang, voller Nebensätze oder mit schwierigen Wörtern gefüllt.

Behebe sie durch:

  • Zerlege einen langen Satz in zwei oder drei kürzere.
  • Ersetze Fachbegriffe oder ausgefallene Wörter durch einfachere Alternativen.
  • Schneide unnötige Füllwörter wie „in order to“ → einfach „to“.

Du wirst sofort sehen, dass die Lesbarkeitsstufe sinkt.

Schritt 4: Passivkonstruktionen finden

Passiv ist nicht falsch – manchmal brauchst du es. Zu viel macht dein Schreiben schwach und indirekt.

Lesbarkeits-Tools markieren Passivsätze. Für jeden frage dich: „Kann ich das in Aktiv umschreiben?“ Wenn ja, mach es. Wenn nein (z. B. „The window was broken by the storm“ klingt gut, weil das Fenster im Fokus steht), lasse es.

Ein gutes Ziel: weniger als 10 % deiner Sätze Passiv.

Schritt 5: Überarbeiten und erneut prüfen

Bearbeite deinen Text anhand des Feedbacks. Füge ihn dann wieder in das Tool ein. Vergleiche die Scores. Ist die Lesbarkeitsstufe gesunken? Hat sich der Passivanteil verbessert? Wenn ja, hast du Klarheit gewonnen.

Wiederhole diesen Vorgang zwei oder drei Mal mit demselben Abschnitt, bis er natürlich klingt. Du wirst Muster in deinem eigenen Schreiben erkennen – häufige Fehler, die du wiederholst. Dieses Bewusstsein ist Gold wert.

Schneller Prozessfluss

1. Text einfügen
Gesamtstufe & Score prüfen
2. Probleme erkennen
Rote Sätze, Passivkonstruktionen
3. Überarbeiten
Kurz, einfach, aktiv
4. Noch einmal prüfen
Verbesserung bestätigen

Warum allein auf Tools zu vertrauen nicht reicht

Tools sind großartig, um Muster zu erkennen, aber sie ersetzen deinen Englischlehrer nicht. Ein Tool mag dir raten, einen Satz zu kürzen, doch die verkürzte Version könnte den Nuancen verlieren, die du brauchst. Nutze das Feedback als Vorschläge, nicht als Gebote.

Lesbarkeitswerte sind für Muttersprachler konzipiert. Als Lernender wählst du vielleicht bewusst fortgeschrittene Wörter aus – das ist in Ordnung. Ziel ist es nicht, wie ein Roboter zu schreiben, sondern sicherzustellen, dass dein Leser deine Ideen ohne Verwirrung verfolgen kann.

Dein Turn

Beim nächsten Schreiben – sei es eine E‑Mail, ein Tagebucheintrag oder ein Kommentar – lass es fünf Minuten lang durch ein Lesbarkeits-Tool laufen. Beachte, was auffällt. Korrigiere es. Schreibe dann erneut und beobachte, wie deine Sätze im Laufe der Zeit klarer werden.

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