Wenn du jemals einen Band‑7+ IELTS‑Essay gelesen hast, ist dir wahrscheinlich aufgefallen: Die Wörter passen sich einfach natürlich zusammen. Der Autor hat keine zufälligen „großen“ Wörter wie delve oder paradigm eingebaut. Stattdessen nutzt er Kombinationen, die Muttersprachler intuitiv greifen. Das sind Kollokationen – Wortpaare, die häufig gemeinsam auftreten.
Und das Beste: Prüfer belohnen sie. Im IELTS‑Writing Task 2 gibt es eine Rubrik namens „Lexical Resource“. Wenn du deine Kollokationen richtig einsetzt, klingst du fließend. Falsch (z. B. make a research statt conduct research) klingt dagegen nach einem Lernenden – egal wie gut deine Ideen sind.
Also keine Floskeln mehr. Unten findest du die akademischen Kollokationen, die IELTS‑Schreiber am häufigsten verwenden, sortiert nach ihrer Funktion im Essay. Lerne sie und dein Schreiben wird sofort schärfer.
Warum Kollokationen wichtiger sind als einzelne Wörter
Stell dir das so vor: Ein einzelnes Wort ist ein Ziegelstein. Eine Kollokation ist eine Mauer. Du kannst die besten Ziegel der Welt haben, aber wenn du sie zufällig stapelst, fällt die Mauer zusammen.
Beispiel: Du kennst vielleicht das Wort conclusion – gut. Aber wusstest du, dass wir im akademischen Englisch sagen draw a conclusion, nicht take a conclusion? Das ist der Unterschied zwischen einer 6 und einer 7 in der Lexikalik.
Kollokationen sparen dir auch Zeit. Statt nach einem schicken Synonym zu suchen, nutzt du ein bewährtes Paar. So bleibt mehr Gehirnleistung für Logik und Struktur – das andere halbe Bewertungskriterium.
Die nützlichsten akademischen Kollokationen für IELTS Task 2
Ich habe sie nach ihrer Aufgabe im Essay gruppiert. Arbeite eine Gruppe für eine Woche, dann zur nächsten übergehen.
1. Deine Meinung einführen
Du musst deine Position klar darstellen. Sag nicht einfach „I think“. Nutze stattdessen:
- hold the view that – Many experts hold the view that climate change is the greatest threat.
- take the position that – I take the position that governments should invest in renewable energy.
- express strong support for – The report expresses strong support for free higher education.
Beachte das Muster: Verb + Substantiv. Das ist bei akademischen Kollokationen am häufigsten.
2. Ursachen und Wirkungen beschreiben
IELTS‑Aufgaben verlangen oft, Ursachen und Lösungen zu diskutieren. Diese Kollokationen lassen dich analytisch klingen:
- lead to – Poor urban planning can lead to traffic congestion.
- result from – The rise in obesity results from a combination of diet and lifestyle.
- be a contributing factor – Lack of exercise is a contributing factor in many health problems.
- have a profound impact on – Technology has had a profound impact on education.
Vermeide zu häufiges lead to. Variiere mit contribute to, give rise to oder trigger.
3. Beispiele und Belege geben
Prüfer lieben konkrete Beispiele, aber vermeide „for example“ zehnmal hintereinander. Probiere:
- a case in point – A case in point is the rapid growth of renewable energy in Scandinavia.
- provide evidence for – Studies provide strong evidence for the effectiveness of early education.
- be supported by – This argument is supported by data from several countries.
4. Vergleiche und Kontraste ziehen
Vergleichst du zwei Seiten eines Arguments? Dann:
- stand in stark contrast to – This approach stands in stark contrast to traditional methods.
- differ significantly from – The outcomes differ significantly from what was predicted.
- share common ground with – Both solutions share common ground with the principle of sustainability.
5. Schließen oder zusammenfassen
Du kennst wahrscheinlich in conclusion. Aber Band‑Beschreibungen belohnen Vielfalt. Nutze:
- reach a conclusion – It is difficult to reach a definitive conclusion without more research.
- sum up the main points – To sum up the main points, I believe the benefits outweigh the drawbacks.
- draw the argument to a close – I will draw the argument to a close by reiterating the need for balance.
Eine kurze Übung
Hier ein Tipp für heute: Nimm das Thema „Sollte Hochschulbildung allen kostenlos sein?“ und schreibe drei Sätze, die jeweils mindestens zwei Kollokationen aus jedem Abschnitt enthalten. Kein kompletter Aufsatz nötig – konzentriere dich auf die Wortpaare.
Mein Beispiel zur Orientierung:
I hold the view that free tuition would lead to a more educated workforce. A case in point is Germany, where tuition‑free policies have had a profound impact on enrolment. To sum up the main points, the economic benefits stand in stark contrast to the initial costs.
Ich habe sechs verschiedene Kollokationen in drei Sätzen verwendet – genau das, was der Prüfer sehen will.
Wie man Kollokationen ohne langweilige Drillings behält
Flashcards funktionieren, aber nur wenn du sie aktiv nutzt. Schreibe die ganze Phrase, nicht nur das Wort. Beispiel: Statt „trigger“ – schreibe „trigger a debate“ oder „trigger a shift“.
Außerdem lese jeden Tag ein Modell‑Essay. Unterstreiche jedes Verb + Substantiv oder Adjektiv + Substantiv. Nach einer Woche wird dein Gehirn sie automatisch einsetzen.
Der Trick ist Exposition + Wiederholung. Du musst keine Liste von 500 Kollokationen auswendig lernen. Konzentriere dich auf diese 15–20, und du verbesserst dein Schreiben von „Lernender“ zu „selbstsicherer Anwender“.
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