Ein paar Jahre zurück saß ich in einem Napa Valley‑Tasting-Room und versuchte, einen Cabernet Sauvignon zu beschreiben. Mein Englisch war für den Alltag gut genug, aber als der Sommelier mich bat, die „Nose“ und den „Finish“ zu erklären, kam mir nichts mehr ein. In diesem Moment wurde mir klar: Die Weinwelt hat ihre eigene Sprache. Wenn du in der Weinbranche arbeitest – sei es in Produktion, Marketing oder Vertrieb – ist dieses Vokabular keine Luxusausgabe. Es verhindert teure Missverständnisse und lässt dich glaubwürdig wirken.
Lass uns die wichtigsten Begriffe durchgehen, sortiert nach den Bereichen, in denen sie gebraucht werden.
Weinverkostung: Was du sagen solltest
Die Verkostung ist das Herzstück der Weinkommunikation. Die meisten Fachleute folgen einer dreistufigen Abfolge: schauen, riechen, schmecken. Jede Stufe hat ihre eigenen Worte.
Schauen (oder „Aussehen“) Du schaust nicht einfach nur auf den Wein. Du prüfst die Klarheit (klar oder trüb), Intensität (blass oder tief) und Farbe (Stroh, Gold, Rubin, Granat usw.). Für Weißweine bedeutet „blasses Stroh“ Jungfräulichkeit; „golden“ steht oft für Alterung oder Holzlagerung. Bei Rotweinen signalisiert „Rubin“ Jugend, ein „Ziegel“-Rand deutet auf Reife hin.
Riechen (oder „Nase“) Der Duft eines Weins heißt Nose. Du könntest sagen: „Dieser Wein hat eine intensive Nase aus Brombeere und Vanille.“ Häufige Beschreibungen: fruchtig (Beeren, Zitrus, tropisch), floral (Rose, Veilchen), würzig (Pfeffer, Nelke), holzig (Vanille, Toast), erdig (Pilz, Leder). Wenn der Wein schlecht riecht, könntest du „corked“ (milde von einem fehlerhaften Korken) oder „oxidized“ (nussig, braun, wie Sherry) sagen.
Schmecken (oder „Gaumen“) Beim Trinken bewertest du Körper (leicht, mittel, voll), Tannine (die trockene Empfindung bei Rotweinen – weich vs. greifend), Säure (karg oder flach), Süße (trocken, halbtrocken, süß) und Finish (kurz, mittel, lang). Ein positives Urteil könnte lauten: „Ein vollmundiger Wein mit festen Tanninen und einem langen, würzigen Finish.“
Um dir den Verkostungsfluss zu merken, hier ein einfacher visueller Leitfaden:
Klarheit → Intensität → Farbe
Fruchtig? Floral? Erdig? Holz? Defekte?
Körper → Tannine → Säure → Süße → Finish
Produktionsvokabular: Im Weingut
Wenn du in der Weinproduktion arbeitest, hörst du Begriffe wie Vitikultur (Traubenanbau) und Vinifikation (Weinherstellung). Wichtige Wörter:
- Ernte – Wann die Trauben gepflückt werden. Kann „frühe Ernte“ (höhere Säure) oder „späte Ernte“ (süßer) sein.
- Zerkleinern – Der Prozess, Traubenschalen zu zerbrechen, um Saft freizusetzen.
- Gärung – Hefe wandelt Zucker in Alkohol um. „Malolaktische Gärung“ verwandelt scharfen Apfelsäure in mildere Milchsäure (häufig bei buttrigen Chardonnays).
- Reifung – Der Wein ruht in Edelstahltanks (frisch, fruchtig) oder Eichenfässern (fügt Vanille, Toast, Tannine hinzu). Begriffe: unoaked, neutral oak, new oak.
- Abfüllung – Der letzte Schritt vor Etikettierung und Versand.
Ein kurzer Hinweis: Reserve hat in vielen Ländern keine rechtliche Bedeutung – es ist ein Marketingbegriff. Nicht automatisch höhere Qualität.
Vertrieb & Business Vokabular: Wein verkaufen
Im Vertriebsbereich musst du über Kategorien, Preisgestaltung und Marketing sprechen.
Weinarten & Kategorien: Still vs. Schaumwein; trocken vs. süß; varietal (nach der Traube benannt, z. B. „ein Chardonnay“) vs. Blend (mehrere Trauben). „Old World“ (Frankreich, Italien, Spanien – oft erdig) und „New World“ (USA, Australien, Chile – fruchtiger, zugänglicher) werden noch verwendet.
Preisgestaltung & Distribution: Einzelhandelspreis vs. Großhandelspreis. On‑Premise (Restaurants, Bars) vs. Off‑Premise (Geschäfte). DTC (direct-to-consumer) – Weingüter verkaufen über Weinclubs oder online.
Häufige Verkaufssätze:
- „Dieser Wein passt gut zu gegrilltem Fleisch und hartem Käse.“
- „Er ist ein Publikumsliebling – zugänglich und erschwinglich.“
- „Wir haben einen Case‑Discount, wenn Sie 12 Flaschen kaufen.“
Gaumentraining zählt – Ich habe einmal gehört, wie ein Käufer einen Wein abgelehnt hat, weil er sagte: „der Finish ist kurz.“ Der Lieferant verstand den Begriff nicht und verlor den Deal. Kenn das Vokabular, vermeide Verluste.
Wein‑Englisch ist ein spezielles Werkzeugset. Fang mit der Verkostungssequenz an, lerne ein paar Produktionsbegriffe und übe, Weine laut zu beschreiben. Je mehr du die Wörter nutzt, desto natürlicher werden sie wirken.
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