Wenn du beruflich mit Gewürzen handelst, kann vages Englisch richtig Geld kosten. Ein Koch, der nach „guter Qualität“ fragt, bekommt vielleicht etwas völlig Unbrauchbares. Ein Importeur, der sagt „schick die Lieferung bald“, steht plötzlich mit einem Lager voller feuchter Korianderkörner da. Der Handel lebt von präziser, gemeinsamer Sprache – rund um Sorten, Formen und Logistik. Schauen wir uns die Wörter an, die wirklich zählen, ohne Schnickschnack.
Gewürz- & Kräuter-Vokabular: Formen und Beschreibungen
Das Wichtigste zuerst: die Form des Produkts. Gewürze gibt es in verschiedenen physikalischen Zuständen, und jeder hat im Handelsenglisch einen eigenen Namen.
| Form | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Whole (Ganz) | Unverarbeitete Samen, Schoten oder Rinde | „Wir brauchen ganzen schwarzen Kardamom, nicht gemahlen.“ |
| Ground (Gemahlen) | Nach dem Trocknen pulverisiert | „Der gemahlene Kurkuma muss durch ein 60-Mesh-Sieb passen.“ |
| Cracked (Grob zerkleinert) | Grob zerbrochene Stücke | „Für Garam Masala verwenden wir grob zerkleinerte Zimtrinde.“ |
| Dried (Getrocknet) | Feuchtigkeit entzogen (bei Kräutern) | „Getrockneter Oregano sollte einen Feuchtigkeitsgehalt unter 8 % haben.“ |
Neben der Form hörst du auch Aromabeschreibungen. Das ist keine Lyrik – das sind Kaufbedingungen. Begriffe wie „scharf“ für Ingwer, „blumig“ für Safran oder „holzig“ für Nelken sagen dem Lieferanten genau, welche Charge du willst. Wenn du sagst „das Aroma sollte scharf und kampferartig sein“, weiß ein Kardamom-Exporteur, dass du die grüne Sorte meinst, nicht die schwarze.
Beschaffung
Form & Herkunft angeben
Musterprüfung
Aroma & Reinheit checken
Versand
CIF oder FOB vereinbaren
Handels- & Beschaffungsbegriffe, die Geschäfte abschließen
Wenn du weißt, was du willst, musst du über Geld, Verträge und Qualitätskontrollen sprechen. Hier sind die Begriffe, die täglich fallen:
- FOB (Free on Board) – Der Verkäufer haftet, bis die Ware an Bord des Schiffes ist. Danach trägst du (der Käufer) das Risiko. Beispiel: „Wir bieten 2.400 $/MT FOB Mombasa für die Nelken.“
- CIF (Cost, Insurance, Freight) – Der Verkäufer übernimmt Versand und Versicherung bis zu deinem Hafen. Beispiel: „Der Zimt wird zu 3.100 $/MT CIF Rotterdam angeboten.“
- Chargennummer – Jede Charge bekommt eine eindeutige ID. So kannst du Probleme einer bestimmten Charge zuordnen. Beispiel: „Der minderwertige Kreuzkümmel kam aus Charge 22B.“
- Feuchtigkeitsgehalt – Ein entscheidender Wert bei getrockneten Kräutern. Zu hoch bedeutet Schimmel oder Gewichtsverlust. Beispiel: „Ihre Lorbeerblätter hatten 14 % Feuchtigkeit – weit über dem Maximum von 10 %.“
- Fremdbestandteile – Stiele, Steine, Schmutz. Das Maximum liegt meist bei 1–2 %. Beispiel: „Lehne die Lieferung ab, wenn die Fremdbestandteile 1,5 % übersteigen.“
Auch Qualitätsstufen haben ihre eigenen Bezeichnungen. Bei vielen Gewürzen steht „FAQ“ (Fair Average Quality) für die mittlere Standardqualität. „Premium“ oder „Extra“ bedeutet sauberer, größer oder aromatischer. Geh nicht einfach davon aus; frag immer nach der internen Einstufungstabelle des Lieferanten.
Klartext: Die richtigen Begriffe verhindern Katastrophen
Ich habe einmal erlebt, wie ein kleiner Restaurantbesitzer „ganze Muskatnüsse“ bestellte und vorgemahlenes Pulver bekam – weil der Lieferant dachte, „ganz“ sei nur eine Verpackungsart. Es war kein Betrug, nur schlechtes Vokabular. Der Besitzer musste die Charge zurückschicken und verlor ein ganzes Vorbereitungswochenende.
In Importpapieren ist der „botanische Name“ das ultimative Sicherheitsnetz. „Zimt“ kann Cinnamomum verum (echter Zimt) oder Cinnamomum cassia (Kassie) bedeuten. Sie sehen ähnlich aus, schmecken aber anders und haben unterschiedliche Sicherheitsgrenzwerte für Cumarin. C. verum in den Vertrag zu schreiben, verhindert Missverständnisse.
Neben den reinen Begriffen musst du auch klare Anforderungssätze formulieren können. Sag nicht „Ich will scharfen Pfeffer.“ Sag „Ich brauche Piper nigrum Tellicherry Extra Bold, Feuchtigkeit ≤ 12 %, Fremdbestandteile ≤ 1 %, in 50-kg-Jutesäcken mit Kunststofffolie.“ Dieser Satz enthält: botanischen Namen, Qualitätsstufe, Feuchtigkeitsgrenze, Reinheit und Verpackung. So sieht professioneller Stil aus.
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Vielleicht bist du im Alltagsenglisch fit, aber wenn ein Lieferant „Proforma-Rechnung“ oder „Akkreditiv“ schreibt, bist du unsicher. Der Unterschied zwischen FOB und CIF kann einen Deal um Tausende Euro verschieben. Hier hilft gezieltes Üben.
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