Du hast eine Menge Lebensläufe von starken Kandidaten vor dir. Ihre Erfahrung stimmt, ihre Qualifikationen glänzen. Doch sobald du dich hinsetzt und sie auf Englisch interviewst, wirkt alles steif. Du stolperst über Fragen, sie missverstehen dich, das Gespräch wird unangenehm.
Ich habe das schon Dutzende Male gesehen. Das Problem liegt nicht beim Kandidaten – es fehlt einfach eine klare, wiederholbare Struktur für das Interview selbst.
Wenn du ein Einstellungsmanager bist und kein Muttersprachler des Englischen, hier ein unkomplizierter Ansatz, um ein faires, effizientes Interview zu führen, das dir wirklich die nötigen Informationen liefert.
Baue eine dreiteilige Struktur auf
Die meisten Interviews scheitern, weil sie vom Thema abweichen. Du beginnst mit Small Talk, springst in technische Fragen und kehrst dann zurück zu etwas, das du vergessen hast. Der Kandidat wird verwirrt, du verlierst den Überblick.
Halte es einfach. Teile das Interview in drei klare Phasen:
- Aufwärmen (5 Minuten) – Mache den Kandidaten locker.
- Kernfragen (20–25 Minuten) – Erhalte die benötigten Informationen.
- Fragenzeit (5 Minuten) – Lass den Kandidaten Fragen stellen.
So sieht das visuell aus:
Begrüßung & Format erklären
Locker, informeller Small Talk
Kompetenz‑ & Szenario‑basierte Fragen
Kandidat stellt Fragen
Nächste Schritte erklären
Halte dich an diesen Ablauf. Er gibt dir und dem Kandidaten eine mentale Landkarte.
Stelle die richtigen Fragen – und formuliere sie einfach
Der größte Fehler, den ich sehe? Einstellungsmanager stellen komplexe, verschachtelte Fragen, die Nicht-Muttersprachler verwirren. Du musst nicht ihr Englisch testen. Du testest ihre Fähigkeiten.
Vermeide Fragen wie:
„Wenn du hypothetisch auf eine Situation treffen würdest, in der die Erwartungen der Stakeholder vom Projektfahrplan abweichen, wie würdest du diese Dynamik navigieren?“
Das ist keine Interviewfrage. Das ist ein Rätsel.
Stattdessen klare, direkte Fragen nutzen:
- „Erzähl mir von einer Zeit, als ein Projekt schiefgelaufen ist. Was hast du gemacht?“
- „Wie gehst du mit einem schwierigen Teamkollegen um?“
- „Welche Tools nutzt du zur täglichen Aufgabenverwaltung?“
Der Unterschied ist klar: Kurz, schlichtes Englisch. Spezifisch genug für eine echte Antwort, aber einfach genug, dass jemand auf B2 sofort versteht.
Wenn der Kandidat zögert, dränge nicht zum Umformulieren. Warte fünf Sekunden. Oft verarbeitet er nur noch die Information, kämpft nicht darum.
Beobachte die Kommunikation, beurteile sie nicht
Hier ein Fakt, der viele Manager überrascht: Ein Kandidat mit unvollkommenem Englisch kann trotzdem dein bester Hire sein. Grammatikfehler bedeuten keine Inkompetenz.
Achte auf:
- Klarheit – Kann er seine Idee erklären, auch mit einfachen Worten?
- Selbstvertrauen – Fragt er dich nach Wiederholungen, wenn er etwas nicht versteht?
- Anpassungsfähigkeit – Wenn du die Frage vereinfachst, nimmt er sie sofort auf?
Jemand, der „Entschuldigung, könntest du das noch einmal sagen?“ fragt, zeigt dir, dass ihm Genauigkeit wichtig ist. Das ist ein grünes Signal, kein rotes.
Gib Kandidaten eine faire Chance
Vor dem Interview schick eine kurze E‑Mail in einfachem Englisch, die erklärt:
- Wie lange das Interview dauern wird
- Welches Format es hat (z. B. „Ich stelle 5 Fragen, danach kannst du deine stellen“)
- Ob technische Tests folgen werden
Dieser kleine Schritt reduziert Angst und hilft Kandidaten sich vorzubereiten. Außerdem wirkt er professionell und rücksichtsvoll.
Schnellcheckliste vor dem Start
- 5 Kernfragen in einfachem Englisch vorbereiten
- Kurzes Intro‑Skript schreiben (Begrüßung + Format)
- 2‑Minuten‑Aufwärmthema planen (Wetter, Pendelweg, etwas Neutrales)
- Eine Uhr sichtbar halten – nicht überziehen
Das war’s. Du brauchst auch keine perfekte Englischkenntnis von deiner Seite. Nur klar, freundlich und strukturiert.
Du musst kein Sprachexperte sein, um ein gutes Interview auf Englisch zu führen. Du brauchst nur ein System, etwas Empathie und die Bereitschaft, einfach zu kommunizieren.
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