Du hast das sicher schon erlebt: Du chattest mit Freunden, machst Witze und teilst deine Meinung locker aus. Dann setzt du dich hin, um einen akademischen Aufsatz zu schreiben, und jede Zeile wirkt steif und falsch. Dein Wortschatz schrumpft, die Sätze verheddern sich.
Das liegt daran, dass akademisches Englisch und gesprochener Alltagssprache fast zwei verschiedene Sprachen sind. Sie benutzen dieselben Wörter, aber die Regeln unterscheiden sich komplett. Ich zeige dir, was wirklich anders wird, wenn du von lockerer Unterhaltung zu formellem Schreiben wechselst.
Warum diese beiden Stile so unterschiedlich sind
Wortschatz: Einfach vs. Präzise
Im Alltagssprechen greifen wir auf kurze, gebräuchliche Wörter zurück: „get“, „do“, „use“, „think“. Akademisches Englisch verlangt Genauigkeit.
| Alltagssprache | Akademisch |
|---|---|
| get better | improve |
| get rid of | eliminate |
| look at | examine |
| go up | increase |
| find out | determine |
Ein Beispiel: Im Gespräch: „People think social media is bad for mental health.“ In einer wissenschaftlichen Arbeit: „Researchers hypothesize that social media use negatively correlates with psychological well‑being.“
Gleiche Idee, völlig anderes Gefühl.
Satzstruktur: Fragmentiert vs. Komplex
Beim Sprechen nutzen wir Fragmente. „Sounds good.“ „Really?“ „No idea.“ Wir springen zwischen Gedanken ohne vollständige Sätze. Akademisches Schreiben verabscheut das.
Alltagssprache: „Climate change is real. We should do something about it. But nobody listens.“
Akademisch: „Despite widespread scientific consensus regarding anthropogenic climate change, meaningful policy action remains elusive.“
Der akademische Satz verbindet die kurzen Gedanken zu einem fließenden Ganzen und zeigt deren Beziehung zueinander.
Die versteckten Regeln, die du kennen musst
Ton und Stimme
Alltagssprache liebt die aktive Stimme und persönliche Pronomen.
- „I think we should try this.“
- „My research shows that…“
- „You probably know this already.“
Akademisches Englisch bevorzugt die passive Stimme und vermeidet „I“, „you“ und „we“.
- „It is recommended that this approach be considered.“
- „The research indicates…“
- „This phenomenon has been widely observed.“
Warum? Akademisches Schreiben strebt Objektivität an. Der Fokus liegt auf den Beweisen, nicht darauf, wer sie präsentiert.
Formalität (Informell bedeutet nicht falsch)
Dein Alltagssprechen ist nicht „falsch“. Es dient nur einem anderen Zweck.
Alltagssprache baut Beziehungen auf, teilt Emotionen und hält das Gespräch flüssig.
Akademisches Englisch liefert Beweise, argumentiert logisch und wahrt Autorität.
Keiner ist besser als der andere – sie funktionieren einfach in unterschiedlichen Situationen.
Praktische Tipps für den Wechsel
Ersetze Phrasal Verbs durch ein Wort. „Figure out“ → „determine“. „Carry out“ → „conduct“. „Look into“ → „investigate“.
Schneide unnötige Wörter aus. „The reason why“ → „why“. „In order to“ → „to“. „Due to the fact that“ → „because“. Akademisches Schreiben schätzt Effizienz.
Lies deinen Text laut vor. Wenn er klingt, als würdest du etwas zu einem Freund sagen, ist er wahrscheinlich zu locker.
Nutze Übergangswörter, die Logik zeigen. Statt „and then“ lieber „consequently“, „furthermore“ oder „in contrast“.
Hier ein kurzer Vergleich, um alles klar zu halten:
Alltagssprache
- Kurze Wörter (get, try, use)
- Erste/zweite Person (I, you)
- Meist aktive Stimme
- Satzfragmente ok
- Kontraktionen (don't, can't)
Akademisch
- Präziser Wortschatz (analyze, evaluate)
- Dritte Person / passive Stimme
- Passive Stimme üblich
- Komplexe, vollständige Sätze
- Keine Kontraktionen
Fazit
Akademisches Englisch zu lernen bedeutet nicht, deinen Alltagssprache „zu verbessern“. Es ist ein neues Werkzeug in deinem Kommunikationsarsenal. Du brauchst beide Stile – du musst nur wissen, wann welcher passt.
Fang klein an: Wähle diese Woche einen Aufsatz und überarbeite ihn aktiv nach diesen Regeln. Der Unterschied wird dich überraschen.
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