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Zeugma & Syllepsis in der englischen Sprache meistern – kreative Schreibtechniken

Entdecke den Unterschied zwischen Zeugma und Syllepsis, mit klaren Beispielen und einer Übung. Mehr Kreativität im Schreiben.

5 Min. Lesedauer

Du hast bestimmt schon einen Satz gelesen, der dich zum Anhalten und Schmunzeln gebracht hat, weil ein einzelnes Wort plötzlich auf clevere Weise zwei Aufgaben übernimmt. Das ist die Kraft von Zeugma und Syllepsis. Diese beiden fortgeschrittenen rhetorischen Figuren ermöglichen es dir, zwei sehr unterschiedliche Ideen mit einem Verb, Adjektiv oder einer Präposition zu verbinden. Sie verleihen deinem Text Witz, Überraschung und Rhythmus.

Aber was genau unterscheidet sie? Und wie kannst du sie einsetzen, ohne dass es erzwungen wirkt? Lass uns das aufschlüsseln.

Zeugma: Ein Wort, zwei Welten

Zeugma tritt ein, wenn ein einzelnes Wort auf zwei andere Wörter in unterschiedlichen Bedeutungen angewendet wird – meist eine wörtliche und eine metaphorische. Der Missklang erzeugt einen knackigen, aber einprägsamen Effekt.

Ein klassisches Beispiel:

„Er fing einen Fisch und eine Erkältung.“

Hier bedeutet „fing“ wörtlich, einen Fisch zu fangen, aber im übertragenen Sinn, sich krank zu machen. Das gleiche Verb funktioniert für beide, jedoch in völlig unterschiedlichen Kontexten. Das ist Zeugma.

Weitere Beispiele:

  • „Sie brach die Nachricht und sein Herz.“ (brach: wörtlich bei der Nachricht? Tatsächlich „eine Nachricht brechen“ ist idiomatisch, „ein Herz brechen“ metaphorisch – immer noch zwei verschiedene Bedeutungen.)
  • „Ich verlor meine Schlüssel und meine Geduld.“ (verlor: wörtlich für die Schlüssel, metaphorisch für die Geduld.)

Zeugma ist in Werbung und Comedy beliebt, weil der plötzliche Bedeutungswechsel Aufmerksamkeit erregt.

Syllepsis: Der gepflegte Cousin

Syllepsis ist sehr ähnlich, aber das Wort steht im gleichen grammatischen Verhältnis zu beiden Wörtern, oft mit zwei wörtlichen (oder beiden metaphorischen) Bedeutungen. Die Cleverness liegt in den mehreren Sinnvarianten des Wortes, nicht im wörtlich/metaphorisch‑geteilten Ansatz.

Beispiel:

„Der Botschafter schüttelte die Hände des Präsidenten und seines Temperaments.“

Das klingt oft wie Zeugma. Um klar zu sein: Bei Syllepsis funktioniert das Verb in der Regel grammatisch gleich mit beiden Objekten, aber die Bedeutungen unterscheiden sich. Ein klareres Beispiel stammt von Alexander Pope:

„Entweder verfärbe ihre Ehre oder ihr neues Brokat.“

Hier ist „verfärben“ wörtlich für den Stoff (Brokat) und metaphorisch für die Ehre. Das fällt unter viele Definitionen ebenfalls in den Bereich des Zeugmas. Die Wahrheit: Gelehrte streiten sich über die Grenzen. Für praktisches kreatives Schreiben brauchst du nur eine Sache zu wissen:

  • Zeugma ist der allgemeinere Begriff, oft verwendet für jede einzelne Wortverbindung mit unterschiedlichen Bedeutungen.
  • Syllepsis ist ein Teilbereich, bei dem das Wort grammatisch gleich passt, aber die Bedeutungen wechseln.

Ein sicheres Syllepsis-Beispiel:

„Sie heiratete einen Zahnarzt und einen Reichtum.“
(Heiraten: wörtlich beim Zahnarzt, metaphorisch beim Reichtum – wieder Zeugma.)

Nehmen wir ein klassisches Syllepsis-Beispiel aus einem Lehrbuch:

„Du bist frei, deine Gesetze zu verkünden, und deine Bürger, wie du es für richtig hältst.“
(„Verkünden“ = durchsetzen; „Bürger“ = töten. Beide wörtlich in ihrem Kontext, aber das Verb ändert die Bedeutung dramatisch.)

Für die meisten Lernenden ist es nicht nötig, sich über die feinen Unterschiede zu quälen. Konzentriere dich darauf, ein Wort zu nutzen, um zwei überraschende Ideen zu verbinden.

Warum sie einsetzen?

  • Effizienz: Ein Verb erledigt die Arbeit von zwei.
  • Überraschung: Der Leser erwartet eine logische Paarung, bekommt aber einen cleveren Twist.
  • Einprägsamkeit: Das Bild bleibt im Kopf.

Gute Autoren setzen Zeugma sparsam ein. Übermäßiger Gebrauch wirkt gimmicky. Ein oder zwei pro Aufsatz oder Geschichte reichen völlig aus.

Übung: Die Figur erkennen

In jedem der folgenden Sätze, ob es sich um Zeugma oder Syllepsis handelt? (Antworten folgen.)

  1. Er fing einen Fisch und eine Erkältung.
  2. Sie öffnete die Tür und ihr Herz für den verlorenen Welpen.
  3. Der Politiker versprach, Korruption und seinen Gegner zu bekämpfen.
  4. Ich ließ meine Jacke und meine Geduld im Restaurant zurück.

Antworten:

  1. Zeugma (wörtlich + idiomatisch)
  2. Zeugma (wörtliche Tür, metaphorisches Herz)
  3. Zeugma (Bekämpfung von Korruption = abstrakt, Bekämpfung des Gegners = wörtlich – beide sind jedoch unterschiedliche Bedeutungen)
  4. Zeugma (wörtliche Jacke, metaphorische Geduld)

Wir haben alle als Zeugma klassifiziert, weil das Wort in unterschiedlichen Sinnkontexten wirkt. Syllepsis ist seltener. Wenn du einen Satz findest, bei dem dasselbe Wort grammatisch gleich passt, aber zwei unterschiedliche wörtliche Bedeutungen hat – wie „male die Mauer und die Stadt rot“ – wäre das Syllepsis. Für jetzt reicht es aus, sich auf Zeugma zu konzentrieren.

Schema: Zeugma vs Syllepsis im Überblick

<style> .fig-schema { display: flex; flex-wrap: wrap; gap: 1.5rem; margin: 1.5rem 0; padding: 1.5rem; background: var(--color-cream-100); border: 1px solid var(--color-cream-300); border-radius: 8px; } .fig-card { background: var(--color-cream-50); border: 1px solid var(--color-cream-200); border-radius: 6px; padding: 1rem; flex: 1 1 200px; } .fig-card h3 { margin: 0 0 0.3rem 0; font-size: 1.1rem; color: var(--text-primary); } .fig-card p { margin: 0.2rem 0; font-size: 0.9rem; color: var(--text-secondary); } .fig-highlight { border-left: 4px solid var(--color-primary-500); padding-left: 0.75rem; } </style> <div class="fig-schema"> <div class="fig-card fig-highlight"> <h3>Zeugma</h3> <p>Ein Wort, zwei unterschiedliche Bedeutungen</p> <p><em>wörtlich + metaphorisch</em></p> <p>Beispiel: „fing einen Fisch und eine Erkältung“</p> </div> <div class="fig-card"> <h3>Syllepsis</h3> <p>Gleiches grammatisches Verhältnis, unterschiedliche Bedeutungen</p> <p><em>Beide wörtlich oder beide metaphorisch</em></p> <p>Beispiel: „verkläre deine Gesetze und deine Bürger“</p> </div> </div>

Tipp für Autoren

Wenn du ein Zeugma in deinen Text einbauen möchtest, beginne mit einem häufigen Verb wie nehmen, bekommen, stellen, geben, machen. Dann denke an ein wörtliches Objekt und eines metaphorisches.

  • „Er nahm seinen Hut und seine Erlaubnis.“
  • „Sie gab eine Rede und ihr Publikum Schauer.“
  • „Sie setzten die Schuld und das Gepäck auf den Tisch.“

Das zweite Paar liefert meist den stärksten Effekt.

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