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Wie du Englisch lernst – mit deinem eigenen Brettspiel

Lerne Englisch spielerisch, indem du dein eigenes Brettspiel erstellst. Schritt für Schritt Wortschatz, Grammatik und Sprechen verbessern.

5 Min. Lesedauer

Ich erinnere mich noch genau an den ersten Versuch, eine Sprache spielerisch zu lernen. Es war Spanisch und ich hatte nur ein selbstgemachtes Kartenset mit Verben. Diese einfache Idee veränderte alles: Spiele lassen dich vergessen, dass du gerade etwas lernst. Dein Gehirn entspannt sich und plötzlich bleiben die Wörter hängen.

Auch Brettspiele funktionieren auf dieselbe Weise – aber hier kommt der Clou: Du musst keines kaufen. Wenn du dein eigenes Spiel entwickelst, passiert das eigentliche Lernen.

Warum ein selbstgemachtes Spiel besser ist als eines gekauft

Beim Kauf bekommst du fremde Regeln und Vokabular. Beim eigenen Bau wird jeder Schritt zur Lektion.

  • Du entscheidest, was üben sollst. Schwierig mit der Vergangenheitsform? Mach sie zum Kern deines Spiels. Mehr Reisesprache nötig? Gestalte die Spielfläche um einen Flughafen oder ein Hotel.
  • Schreiben fällt dir leicht. Fragekarten zu erstellen zwingt dich, Sätze zu formulieren. Du denkst über Grammatik, Wortstellung und Rechtschreibung nach – ohne dass es wie Hausaufgaben wirkt.
  • Sprechen wird zur Notwendigkeit. Ob allein oder mit Freunden: Karten laut vorlesen, Regeln erklären, Züge verhandeln. Das ist echte Kommunikation.

Der beste Teil? Du kannst heute schon mit kaum etwas anfangen.

Schritt 1: Wähle dein Englischziel

Bevor du irgendetwas zeichnest, überlege dir, welche Fähigkeit du verbessern willst. So bleibt das Spiel fokussiert und nützlich.

Was du üben möchtest Auf welches Thema konzentrierst du dich?
Sprechflüssigkeit Gesprächsaufforderungen & Rollenspiele
Vokabular Bildkarten, Synonyme oder Definitionen
Grammatik Korrekte Satzvollendung und Fehlererkennung
Hörverstehen Audiohinweise oder Partnerleseaufgaben

Wähle ein Ziel. Versuche nicht alles abzudecken. Ein einfaches Spiel, das eine Sache gut macht, hilft mehr als ein kompliziertes Durcheinander.

Schritt 2: Thema und Spielfläche festlegen

Dein Thema sollte dein Ziel widerspiegeln. Lernst du Reisesprache? Gestalte die Karte als Weltkarte. Business-Vokabular? Mach sie zu einem Bürogebäude.

Alles, was du brauchst, ist ein Stück Karton oder dickes Papier, Marker und etwas Fantasie.

Zeichne einen gewundenen Pfad von Start bis Ziel. Teile ihn in 20–30 Felder auf. Lasse einige leere Felder für „besondere“ Aktionen wie Vorwärtsziehen, Rückwärtsschritt oder eine Karte ziehen. Halte es simpel – du entwirfst kein Kunstwerk, sondern ein Lerninstrument.

1
Ziel wählen
2
Thema & Spielfläche
3
Karten schreiben
4
Regeln festlegen
5
Spielen & Verbessern

Schritt 3: Fragekarten erstellen

Hier findet die meiste Praxis statt. Nimm leere Indexkarten oder schneide altes Papier in kleine Rechtecke.

Für jede Karte schreibe eine Frage oder Aufgabe auf Englisch. Der Fragetyp hängt von deinem Ziel ab. Einige Beispiele:

  • Vokabelkarten: „Nenne drei Dinge, die du in einer Küche findest.“ oder „Was bedeutet ‚generous‘? Benutze es in einem Satz.“
  • Grammatikkarten: „Korrigiere diesen Satz: ‘She go to school yesterday.’“ oder „Formuliere eine Frage mit ‚ever‘ und ‚travel‘.“
  • Sprechkarten: „Beschreibe deinen letzten Urlaub in 30 Sekunden.“ oder „Was würdest du tun, wenn du eine Million Dollar gewinnen würdest?“

Erstelle mindestens 30 Karten. Das klingt viel, aber das Schreiben jeder einzelnen ist an sich schon Übung. Du schreibst Englisch, prüfst deine Rechtschreibung und denkst über Satzbau nach.

Schritt 4: Einfache Regeln schreiben

Drei bis fünf Regeln reichen völlig aus. Komplexe Regeln rauben dem Spiel den Spaß.

Ein möglicher Aufbau:

  1. Jeder Spieler würfelt und zieht die entsprechende Anzahl Felder.
  2. Landest du auf einer Kartenposition, ziehst du eine Karte und erledigst die Aufgabe.
  3. Richtig beantwortet? Ziehe ein zusätzliches Feld vorwärts.
  4. Der erste, der das Ziel erreicht, gewinnt.

Das ist alles. Später kannst du noch Varianten hinzufügen – vielleicht dürfen bestimmte Felder dir erlauben, einer anderen Person eine Karte zu stehlen oder du verlierst einen Zug bei einer falschen Antwort. Sei flexibel.

Schritt 5: Testen und verbessern

Spiele es einmal allein durch. Lies jede Karte laut vor. Macht alles Sinn? Gibt es Fragen, die zu schwer oder zu leicht sind? Passe an.

Dann lade einen Freund ein, der ebenfalls sein Englisch verbessern will. Mit jemand anderem zu spielen zwingt dich zum natürlichen Sprechen. Ihr streitet euch über Regeln, feiert richtige Antworten und lacht über Fehler. Da hört die Sprache auf, ein Fachgebiet zu sein, und wird zu einem Werkzeug.

Nach ein paar Runden erkennst du Lücken. Vielleicht brauchst du mehr Fragen zur Vergangenheitsform oder deine Vokabelkarten sind zu einfach. Zerstöre die alten Karten, schreibe neue. Das Spiel wächst mit dir.

Warum das besser funktioniert als Lehrbücher

Lehrbücher sind passiv: Du liest, wiederholst. Ein Brettspiel ist aktiv. Du denkst, sprichst und reagierst. Jede Karte, auf der du landest, stellt eine kleine Herausforderung dar, die den Einsatz von Englisch in Echtzeit erfordert. Es gibt keine Zeit, jedes Wort im Kopf zu übersetzen – du antwortest sofort.

Dieser Druck trainiert dein Gehirn, direkt in Englisch zu denken.

Und weil du das Spiel selbst gemacht hast, bist du daran interessiert. Es ist persönlich. Du wirfst es nicht nach einem Einsatz in einen Schrank. Du verfeinerst es, erweiterst es und spielst weiter.

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