Du hast ein komplettes Sachbuch geschrieben. Das hat Monate, vielleicht Jahre gekostet. Du schickst es an einen Verlag.
Sie ignorieren es.
Warum? Weil die meisten Verlage keine fertigen Bücher von Fremden lesen. Zuerst schauen sie sich Buchvorschläge an. Ein Buchvorschlag ist ein Business‑Pitch. Er verkauft deine Idee, bevor er ein einziges Kapitel liest. Richtig gemacht, öffnet er Türen. Falsch, und dein Manuskript landet im Stapel.
In diesem Leitfaden zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du einen englischen Buchvorschlag für Sachbücher schreibst. Du kannst das unten stehende Template verwenden, um deine Präsentation zu strukturieren.
Starte mit der großen Idee (dein Elevator Pitch)
Bevor du etwas anderes schreibst, beantworte diese Frage in einem Satz: Worum geht es in deinem Buch und warum ist es jetzt wichtig?
Das ist dein Eröffnungshook. Er steht ganz oben im Vorschlag, oft als Overview bezeichnet. Halte ihn knapp.
Schlechtes Beispiel: „Mein Buch handelt von Gesundheit und Wellness und davon, wie Menschen ihr Leben verbessern können.“
Gutes Beispiel: „Dieses Buch bietet einen 30‑Tage‑Plan für vielbeschäftigte Fachkräfte, die abnehmen wollen, ohne stundenlang im Fitnessstudio zu verbringen.“
Verlage scannen Vorschläge in Sekunden. Dein erster Absatz entscheidet, ob sie weiterlesen.
Definiere deine Zielgruppe
Sag nicht: „Dieses Buch ist für alle.“ Das zeigt dem Verlag, dass du es nicht gründlich durchdacht hast.
Sei spezifisch.
- Wer genau kauft dieses Buch?
- Welche Altersgruppe?
- Welcher Beruf?
- Welches Problem haben sie, das dein Buch löst?
Beispiel: „Die Hauptzielgruppe sind berufstätige Frauen im Alter von 30–50 Jahren, die schon Diäten ausprobiert haben, aber scheiterten, weil ihnen Zeit fehlt. Sekundäre Zielgruppe: HR‑Manager*innen, die nach Wellness‑Ressourcen für den Arbeitsplatz suchen.“
Dieser Abschnitt zeigt, dass du deinen Markt verstehst. Verlage lieben das.
Erkläre, warum du die richtige Person bist
Das ist der About the Author-Abschnitt. Liste nicht deine ganze Lebensgeschichte auf. Konzentriere dich darauf, was dich glaubwürdig macht.
- Hast du schon zu diesem Thema geschrieben?
- Hast du einen relevanten Abschluss oder eine Zertifizierung?
- Betreibst du einen Blog, Podcast oder YouTube‑Kanal zum Thema?
- Hast du bereits ein Publikum?
Wenn du noch keine Plattform hast, brauchst du nicht in Panik zu geraten. Zeige Expertise durch persönliche Erfahrung. „Ich habe 40 Pfund mit dieser Methode verloren und habe über 200 Klienten dabei unterstützt“ ist stärker als ein Abschluss ohne praktische Ergebnisse.
Analysiere die Konkurrenz
Verlage wollen wissen, dass dein Buch keine bloße Kopie von bereits vorhandenen Werken ist.
Liste 3–5 konkurrierende Bücher. Für jedes schreibe:
- Titel und Autor
- Was es gut macht
- Was fehlt
- Wie sich dein Buch unterscheidet
Sei ehrlich. Verurteile die Konkurrenz nicht. Ein Verlag könnte eines dieser Bücher veröffentlicht haben. Zeige stattdessen, dass du das Marktgeschehen verstehst und dein Buch eine Lücke füllt.
Erstelle einen detaillierten Kapitelplan
Hier scheitern viele Autoren. Eine vage Gliederung sagt „du hast noch nicht fertig gedacht“. Eine starke Gliederung zeigt genau, was der Leser lernen wird und in welcher Reihenfolge.
Schreibe für jedes Kapitel einen ein‑Satz‑Zusammenfassung. Danach listen 3–5 Stichpunkte mit den wichtigsten Erkenntnissen des Kapitels auf.
Beispiel (für ein Fitnessbuch):
Kapitel 3: Die 10‑Minuten‑Morgenroutine
- Warum Morgengewohnheiten besser haften als abends
- Drei Übungen, die deinen Stoffwechsel aktivieren
- Wie du die Gewohnheit in einer Woche baust
Verlage lesen diesen Abschnitt sorgfältig. Er sagt ihnen, ob du tatsächlich ein komplettes Buch liefern kannst.
Schreibe ein Beispielkapitel
Wähle dein stärkstes Kapitel aus und schreibe es vollständig.
Das ist der Beweis für deine Schreibfähigkeit. Wenn dein Sample schwach ist, wirkt sich das auf den gesamten Vorschlag aus.
Achte auf Grammatik und Lesefluss. Kurze Sätze funktionieren gut. Mische längere ein, um Rhythmus zu erzeugen. Vermeide Fachjargon, es sei denn, dein Publikum erwartet ihn. Und für nicht‑englischsprachige Autoren: Lasse dein Sample von einem Muttersprachler korrigieren. Fehler hier schaden deinen Chancen.
Füge einen Marketingplan hinzu
Dieser Abschnitt erschreckt viele Autoren. Das sollte er aber nicht.
Du musst kein Marketing‑Guru sein. Zeige einfach, dass du verstehst, wie man Leser erreicht.
- Hast du eine E‑Mail‑Liste? Wie viele Abonnenten?
- Welche Social‑Media‑Plattformen nutzt du und wie ist deine Interaktion?
- Hast du Kontakte zu Bloggerinnen, Podcasterinnen oder Influencer*innen in deiner Nische?
- Kannst du auf Konferenzen oder Events sprechen?
Verlage riskieren weniger, wenn sie sehen, dass du das Buch verkaufen kannst. Selbst ein kleines, engagiertes Publikum ist besser als nichts.
Die Grundstruktur im Überblick
Hier ein einfaches Schema, das den Fluss deines Vorschlags zeigt. Jeder Abschnitt baut auf dem vorherigen auf.
Elevator pitch
Who buys it
Why you
Competition & gap
Chapter details
Full chapter
How you'll promote
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Ich habe im Laufe der Jahre Hunderte von Vorschlägen gelesen. Das sind die Fehler, die sie auslöschen.
- Zu lang. Halte deinen Vorschlag zwischen 30 und 50 Seiten. Alles über 60 ist ein rotes Signal.
- Kein klarer Hook. Wenn deine erste Seite mich nicht fesselt, landet der Vorschlag im Papierkorb.
- Generische Zielgruppe. „Allgemeine Leser“ ist kein Markt.
- Unrealistische Verkaufsversprechen. Zu sagen: „Ich erwarte 100 000 verkaufte Exemplare“, ohne Plattform, wirkt naiv.
- Schlammiges Schreiben. Ein Tippfehler reicht aus. Zehn Tippfehler zeigen, dass du den Prozess nicht respektierst.
Letzter Tipp: Hole dir Feedback, bevor du abschickst
Zeige deinen Vorschlag jemandem, der dich nicht kennt. Frage ihn:
- Würdest du dieses Buch kaufen?
- Was hat dich verwirrt?
- Was würde dich zum Nein bewegen?
Seine Antworten werden dich überraschen. Nutze sie zur Verbesserung.
Teste zuerst dein Englisch
Ein starker Vorschlag erfordert sauberes, überzeugendes Englisch. Viele nicht‑englischsprachige Autoren versenden Vorschläge mit Grammatikfehlern, die von ihren Ideen ablenken.
Bevor du ihn an einen Verlag schickst, prüfe dein Niveau. Mach den kostenlosen Englischtest auf English Measure, um deine Lese-, Hör-, Schreib- und Sprechfähigkeiten zu bewerten.
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