Ich habe zu oft gesehen, wie gute Deals zerfallen – nicht wegen schlechter Bedingungen, sondern weil jemandes Englisch ein bisschen daneben lag. Ein falsch platziertes Wort, eine zu aggressive Formulierung und das Vertrauen schwindet.
Wenn du internationale Verträge auf Englisch verhandelst, trägt jedes Wort Gewicht. Du sprichst nicht nur über Preise oder Fristen, du baust Beziehungen zwischen Kulturen auf. Also lass uns den Lehrbuch‑Kram beiseite legen und direkt zu dem kommen, was wirklich funktioniert.
Die beiden Phasen jeder Vertragsverhandlung
Die meisten Verhandlungen lassen sich in zwei Kernmomente gliedern: Deine Bedingungen vorschlagen und auf die des Gegenübers reagieren. Jede Phase erfordert einen anderen sprachlichen Ansatz.
Phase 1: Bedingungen selbstbewusst vorbringen
Du willst bestimmt klingen, nicht aggressiv. Klar, aber nicht aufdringlich. So geht’s:
- „Wir denken an etwas im Bereich von …“ – die Zahl wird abgemildert, während du eine Grenze setzt.
- „Unsere Standardpraxis ist …“ – dein Angebot wirkt normal, nicht willkürlich.
- „Wir wären eher mit … einverstanden“ – der Fokus liegt auf deinen Bedürfnissen, ohne den anderen zu beschuldigen.
Beispiel: „Unsere Standardpraxis ist eine Zahlungsfrist von 30 Tagen. Für langfristige Partner wären wir eher mit maximal 45 Tagen einverstanden.“
Siehst du das Muster? Du stellst die Basis fest und bietest dann Flexibilität als Zugeständnis an. So wirkst du vernünftig, nicht verzweifelt.
Phase 2: Ohne Brücken zu verbrennen zurückreden
Ablehnung auf Englisch ist eine Kunst. Man kann „nein“ sagen, ohne das Wort zu benutzen. Probier’s mal:
- „Ich verstehe deine Sichtweise, aber wir müssten andere Punkte anpassen, damit das funktioniert.“ – Anerkenntnis deiner Sicht, schützt gleichzeitig die deine.
- „Das liegt etwas außerhalb unseres aktuellen Rahmens.“ – Vage genug, um direkte Konfrontation zu vermeiden.
- „Würdest du einen alternativen Ansatz in Betracht ziehen?“ – Lenkt ab statt abzulehnen.
Vergleich mit einem Käufer, der 50 % Rabatt verlangt:
- Schlecht: „Nein, das können wir nicht. Unsere Marge ist zu niedrig.“
- Gut: „Ich verstehe deine Sichtweise, aber wir müssten den Liefertermin anpassen, damit das funktioniert.“
Die zweite Variante hält die Unterhaltung am Laufen. Du schließt keine Türen – du öffnest neue.
Das geheime Werkzeug: „Bedingtes Ja“
Hier ein Trick, der durchschnittliche Verhandlungsführer von hervorragenden trennt. Statt einfach „ja“ zu sagen, fügst du Bedingungen hinzu. So klingt es:
„Wir können dem zustimmen, vorausgesetzt, du verlängerst die Garantiezeit.“ „Wir sind offen dafür, unter der Bedingung, dass die Stückzahlen 10 000 erreichen.“ „Das passt für uns, solange die Zahlungsbedingungen netto 30 Tage betragen.“
Damit zwingst du den anderen, etwas zurückzugeben. Jedes Zugeständnis wird zum Austausch, nicht zum Geschenk.
Eine Sache im Blick: Kultur‑Signale
Internationale Verhandlungen drehen sich nicht nur um Worte. Achte darauf, wie dein Gegenüber spricht.
Wenn ein englischer Kunde „Das ist interessant“ sagt, meint er meist „Ich überlege es“. Wenn ein japanischer Kunde das gleiche sagt, bedeutet es oft „Unwahrscheinlich, aber ich bin zu höflich, um nein zu sagen.“ Nimm jedes Wort nicht wörtlich. Beobachte die Pausen. Achte auf den Ton.
Und für deine eigene Rede: langsamer sprechen. Nicht‑native Sprecher neigen dazu, nervös zu rennen. Pausen sind kraftvoll – sie zeigen, dass du nachdenkst, nicht nur auswendig rezitierst.
🎯 Vorschlagen
Basis + Zugeständnis festlegen
🤝 Zurückreden
Anerkennen + umleiten
🔗 Bedingung
Ja, vorausgesetzt …
✅ Abschließen
Zusammenfassen & bestätigen
Dein Zug
Beim nächsten Mal am Tisch wählst du einfach eine Taktik aus dem obigen Abschnitt. Vielleicht das „bedingte Ja“. Oder die Umleitungsphrase. Setz sie ein und beobachte, was sich verändert.
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